Exkursion zum Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme

Frauenhofer

Am Dienstag, den 27.01.2009, stand die erste Exkursion der VDE-Hochschulgruppe Karlsruhe im Jahr 2009 auf dem Programm. Ziel war das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, dem mit ca. 800 Mitarbeitern größten Solarforschungszentrum Europas. Das Interesse für eine Exkursion nach Freiburg entstand nach einem Vortrag von Dipl.-Ing. Sönke Rogalla vom ISE während eines Jungmitgliedertreffens des VDE. Sönke Rogalla war selbst Jungmitgliederreferent der Hochschulgruppe und hat ebenfalls wie wir Elektrotechnik an der Uni Karlsruhe studiert. So trafen sich rund 30 Jungmitglieder um halb acht vor dem AKK auf dem Uni-Campus, um mit dem Bus die Reise nach Freiburg anzutreten. Nach etwa zweistündiger Fahrt kamen wir am ISE an. Nach eine kurzen Begrüßung erfuhren wir, welches Programm uns an dem Tag erwarten würde.

So standen am Morgen neben einer allgemeinen Vorstellung des Instituts zwei Fachvorträge zum Thema „Systemtechnik und Solarzellen“ sowie „Leistungselektronik“ auf dem Plan. Nach dem Mittagessen sollten wir eine Führung durch die ISE Ausstellung, durch die Leistungselektroniklabore und durch das Testzentrum Photovoltaik bekommen. Im ersten Vortrag bekamen wir neben Daten, Fakten und Geschichte der Fraunhofer Gesellschaft vor allem Infos über die breit gefächerten Geschäftsfelder des ISE. Diese reichen von der energieeffizienten Gebäudetechnik über Photovoltaik bis hin zur Wasserstofftechnologie. Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Vortrag um die Herstellung einer Solarzelle. Ein Doktorand des ISE gab uns hier tiefgehende Einblicke in den Herstellungsprozess vom Siliziumwafer bis hin zum fertigen Solarmodul. Hier konnte man schön erkennen, dass der Stoff, den man in der Halbleiterbauelemente Vorlesung lernt, nicht nur graue Theorie ist, sonder in der Praxis auch Anwendung findet. Der letzte Vortrag handelte von der Leistungselektronik für regenerative Energiesysteme. Bei diesem wurde vor allem deutlich, welch wichtige Rolle die Leistungselektronik bei der regenerativen Energieerzeugung spielt. Das ISE entwickelt in diesem Bereich immer leistungsfähigere und effizientere Komponenten, die auch in zukünftigen Technologien wie zum Beispiel Hybridantrieben zum Tragen kommen. Im Anschluss gab es Mittagessen und wir konnten wohl gestärkt in die zweite Hälfte des Tagesprogramms einsteigen. In kleineren Gruppen durften wir dann drei verschiedene Bereiche des ISEs genauer unter die Lupe nehmen. In der ISE-Ausstellung konnte man anhand verschiedenster Exponate die ganze Breite der Forschung im Institut sehen. Die Anwendung der Produkte wurde in kleinen Experimenten wie zum Beispiel der Stromversorgung eines Elektromotors durch einen Laser demonstriert. In den Leistungselektroniklaboren bekamen wir einen Einblick in den Entwurf und die Entwicklung von Wechselrichtern und wie diese an der hauseigenen PV-Anlage getestet werden. Das ISE arbeitet eng in Kooperation mit Firmen, die ihre Forschung in Auftrag geben. Der Höhepunkt der Exkursion war sicherlich die Führung durch das „Photovoltaik Technologie Evaluationscenter PV-TEC“, das für Solarmodulhersteller und Anlagenbauer die Möglichkeit bietet, ihre Prozesse und Materialien zu analysieren, testen und weiterzuentwickeln. Da für diese Anlage besondere Anforderungen an die Sauberkeit gelten (ähnlich wie im Reinraum), mussten wir uns in einer Schleuse zunächst mit Kittel, Brille und Haarhaube ausstatten. Daraufhin erläuterte uns ein Mitarbeiter die einzelnen Prozessschritte und wir konnten somit das im Vortrag beschriebene Verfahren zur Solarzellenherstellung hautnah miterleben. In der Abschlussrunde wurden die letzten noch offen gebliebenen Fragen beantwortet und Möglichkeiten zum Einstieg beim ISE durch Praktika, Studien- bzw. Diplomarbeiten aufgezeigt. Danach machten wir uns auf den Heimweg von einer interessanten Exkursion und erreichten gegen 17 Uhr wieder Karlsruhe. Ein besonderer Dank gilt dem ISE für die finanzielle Unterstützung, die es den Jungmitgliedern ermöglichte, kostenlos an der Exkursion teilzunehmen. Außerdem möchten wir uns bei Sönke Rogalla für ein tolles und abwechslungsreiches Programm bedanken, welches weit über eine gewöhnliche Führung hinausging.