Dresden Exkursion 2011

2011 DresdenAm Donnerstag Morgen ging es in aller Frühe um 3 Uhr auf dem Campus los in Richtung Dresden. Nach einer reibungslosen Fahrt, die vor allem durch das Nachholen von Schlaf geprägt war, kamen wir etwas früher als geplant beim Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) an.

Nach einer kurzen Vorstellung der Fraunhofer Gesellschaft und des IPMS durch Herrn Moritz Fleischer, sowie einer Vorstellung unsererseits, konnten wir uns bei einer Führung eine eigene Vorstellung von den Tätigkeiten des Instituts machen. In einem Vorstellungsraum bot sich uns die Möglichkeit, die dort entwickelten Produkte live zu erleben.

Neben Oleds werden am IPMS verschiedene Systeme aus Mikrospiegeln entwickelt. Durch kleinstmechanische Bewegungen von einzelnen Spiegeln einer Spiegelmatrix von bis zu 256 x 256 Spiegeln auf einer Fläche von 30 x 30 mm kann ein Laserstrahl mit einer sehr großen Frequenz sehr genau abgelenkt werden. Hierdurch können beispielsweise Schriftzüge durch Laserlicht auf Oberflächen projiziert werden. Der große Vorteil dieser Technik ist der Wegfall der Linsen-Optik und der hiermit einhergehende Wegfall der Scharfstellung. Die Projektion ist somit immer scharf, egal ob die Wand nah, fern, eben oder kurvig ist. Diese Technik könnte, wenn sie wirtschaftlicher wird, die Beamertechnik revolutionieren. Durch den recht hohen Preis hat sie bis jetzt eigentlich nur in Nischenbereichen der optischen Lithographie Relevanz.

Den großen Reinraum des Instituts konnten wir von außen umgehen, wobei uns sehr kompetent die einzelnen Schritte der Halbleiterfertigung erläutert und zahlreiche Fragen beantwortet wurden.

Nach der Verabschiedung von Herrn Fleischer fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Dresden und bezogen unser Hostel. Um 17 Uhr trafen wir uns mit der VDE Hochschulgruppe Dresden, die uns eine eigene Stadtführung organisiert hatte. So kam auch Kunst und Kultur auf der zweistündigen Stadtführung nicht zu kurz, die wir bei frostigen Temperaturen zu Fuß absolvierten. Wir konnten viel über die Geschichte der Stadt und die Hintergründe der Bauwerke erfahren: Von der Semperoper bis zur Frauenkirche, vom Altmarkt über die Bühlschen Terrassen bis zur Elbe. Die Stadtführung fand ihr Ende im Watzke Brauereiausschank am Goldenen Reiter, wo wir bei einem guten Abendessen und einem kühlen Dresdener Bier den Abend ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen ging es nach einem reichlichen Frühstück weiter zu einem Produktionswerk von Infineon. Da auch hier die Produktion unter Reinraumbedingungen stattfinden muss, bestehen die Produktionshallen aus zwei Reinräumen in 20cm-Wafer Technik der Größe eines Fußballfeldes, wobei eine dritte Halle in 30cm-Wafer Technik in Betrieb genommen werden soll. Im Gegensatz zum Fraunhofer Institut werden hier deutlich größere Stückzahlen produziert, wodurch eine höhere Automatisierung für die Erhaltung der Wirtschaftlichkeit erforderlich ist. Die Wafer werden größtenteils vollautomatisch transportiert und prozessiert, sodass nur in wenigen Fällen überhaupt der Eingriff des Menschen von Nöten ist. In jeder Halle sorgen zudem zwei fahrbare Roboter durch die permanente Messung der Luft für die Sicherheit der Mitarbeiter und die Qualität der Produkte. Sehr amüsant war hierbei das fast schon menschlich wirkende Aussehen der Roboter, das den Sinn der Ingenieure für Kleinigkeiten zeigte. Alle Roboter hatten zwei Augen, die sogar in regelmäßigen Abständen blinzelten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Exkursion nach Dresden zwei sehr interessante und abwechslungsreiche Tage bot. Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts, bei Infineon und bei den Mitgliedern der VDE Hochschulgruppe Dresden, die uns diese spannende Exkursion ermöglicht haben.