Rudolf-Fettweis-Werk, 04.06.2012

In nächster Nähe zum KIT befindet sich ein fast 100 Jahre altes Pumpspeicherkraftwerk, das Rudolf-Fettweis-Werk.

Damals wie heute spielt die Energiespeicherung mittels Pumpspeicherkraftwerken eine große Rolle, weshalb wir die Chance nutzen, dieses Kraftwerk einmal zu besichtigen.

Bei Kaltgetränken durften wir einen Vortrag über die lange Geschichte des Wasserkraftwerks hören, welche auch einen Film über den Bau des Kraftwerks beinhaltete. Die Bauarbeiter haben damals noch einen großen Teil der Arbeit mit eigener Kraft erledigt und konnten nur bedingt auf elektrische oder dampfbetriebene Hilfsmittel zurückgreifen. Für den Bau des großen Kraftwerkes musste deshalb erst ein kleineres Kraftwerk oberhalb gebaut werden, welches dann die Großbaustelle mit Strom versorgen konnte.
Nach 12 Jahren Bauzeit konnte das Kraftwerk dann 1926 den kompletten Betrieb aufnehmen und hielt dank der stabilen Bauweise mit Granitblöcken sogar dem 2. Weltkrieg stand.

Mit diesem Wissen und Informationen zu den Eckdaten des Kraftwerkes (105 Millionen Kilowattstunden, Versorgung von 65.000 Menschen mit Strom) konnten wir dann die Schaltzentrale des Kraftwerks besichtigen.
Viele Teile darin waren sogar noch Originalbauteile aus der Anfangszeit des Kraftwerks, welche auch noch funktionierten. Die meisten Teile wurden aber, vor allem bei der Sanierung ab 1980 durch modernere Elemente ersetzt. Statt großer Schalttafeln findet man jetzt also überwiegend Flachbildschirme, wo die Mitarbeiter 24/7 die Füllstände der Seen und die Turbinenleistungen überprüfen können.

Im Krafthaus des gab es für uns E-Techniker einiges zu sehen. Die 10 Elektrischen Generatoren, von denen einige auch zusätzlich noch als Motor zum zurückpumpen des Wassers dienen,  hatten alle eine Maximalleistung zwischen 0,55 und 46MW, bei einer Fallhöhe von 10-357m.
Dies machte sich vor allem an der Lautstärke und der Größe der Turbinen bemerkbar.

Zum Abschluss ging es bei strömendem Regen noch zur 60m hohen Schwarzenbachtalsperre, welche respektvoll in die Höhe ragte. Diese durften wir auch von innen besichtigen, wo man noch einen besseren Einblick in die Bauweise der Mauer bekam, welche inzwischen mit zahlreichen Sensoren auf ihre Stabilität überwacht wird.