Exkursion ins AKW Philippsburg, 31.01.2013

Eine Woche nach der Kassel-Exkursion stand für 24 Mitglieder der VDE-Hochschulgruppe Karlsruhe schon das nächste Highlight an: Am Donnerstag, den 31.1.2013 ging es nach Philippsburg ins Atomkraftwerk. Nach ca. 40 Minuten Busfahrt kamen wir auf das Gelände des AKW, welches sich auf einer kleinen Insel zwischen dem begradigten Rhein und einem Todwasserarm befindet.

Der Einstieg fand im Infocenter der EnBW statt. Dort gab es einige anschauliche Modelle und Fakten zum Thema Stromerzeugung und Energieversorgung. Der anschließende Kurzvortrag wurde für uns angehende Ingenieure etwas abgewandelt, da der Referent nicht aus dem technischen Bereich kam. Sein Repertoire deckte jedoch den gesellschaftlichen Bereich sehr gut ab, und so erfuhren wir einiges zur Abschaltung von Block 1 seit der Fukushima-Katastrophe sowie die besten Irrtümer zur Stromerzeugung: Der Kühlturm ist also nicht das eigentliche Kraftwerk und es ist auch kein Qualm, was da raus kommt, und das Kühlwasser aus dem Rhein fließt auch nicht direkt an den Brennstäben vorbei.

Danach begann der Rundgang durch das Herz der Anlage. Naja, noch nicht ganz. Zuerst mussten wir noch die eine oder andere Sicherheitskontrolle über unser gehen lassen und unsere Besucherausweise entgegen nehmen. Das Innere des Reaktorgebäudes durften wir mit Kittel, Überschuhen und Dosimeter ausgestattet bei feucht-fröhlichen 30°C bestaunen. Dort konnten wir direkt ins Abklingbecken mit der Verladestation für die ausgebrannten Elemente schauen. Der eigentliche Druckwasserreaktor, in dem das Wasser mit 326°C bei 158bar zirkuliert, blieb leider unter einer weiteren Betonplatte verborgen.

Nach gefühlten hundert Kontrollen auf Radioaktivität (keine Sorge, allesamt negativ) gingen wir ins Maschinenhaus, wo der heiße Dampf des Sekundärkreislaufes seine Energie an große Turbinen und an den Kühlkreislauf abgibt. Übrig bleiben über 1,4 GW Leistung bei 27kV und 60 Kubikmeter Rheinwasser pro Sekunde, das um ca. 10°C erwärmt wurde.

Danach gab es noch ein paar Geschichten zu den Schiffsdieseln und Leopard-II-Turbinen, die im Notfall die Kühlung übernehmen können. Abschließend schauten wir noch den Kühlturm des stillgelegten Philippsburg I von innen an.

Es war für alle ein sehr interessanter Ausflug!

Zum Schluss möchte ich mich noch im Namen aller Teilnehmer bei der EnBW für das Sponsoring dieses Ausfluges bedanken.

Bericht von Jonas Schmidt