Agilent Technologies in Böblingen, 9.12.2013

Am 09.12.2013 machte sich eine Gruppe VDEler auf den Weg Richtung Böblingen um die Firma Agilent Technologies zu besuchen. Agilent Technologies ist ein amerikanisches Unternehmen, das elektronische Messgeräte herstellt.
Wir erhielten an diesem Tag zuerst eine herzliche Begrüßung durch Herrn Bochtler, der für den Vertrieb in Zentraleuropa zuständig ist. Als Geschäftsleitungsmitglied brachte er uns die Firmengeschichte näher. Wir erfuhren alles von damals, als Hewlett und Packard in einer kleinen Garage in Amerika ihren ersten Computer bauten, bis sich daraus eine große international bekannte Firma entwickelte. Später wurde eine kleine Tochter abgespalten, die heute mit dem Bau von Messgeräten betraut ist und sich Agilent Technologies nennt.
Hier wurde uns auch die Firmenphilosophie das erste Mal näher gebracht, die wir den Rest des Tages sehr deutlich zu spüren bekommen sollten. Wenn ein Mitglied der Geschäftsleitung ein paar einfachen Studenten das „Du“ anbietet und sich selbst mit Hans-Jürgen vorstellt, ist man doch erst etwas verwirrt. Diese lockere Denkweise im Unternehmen sorgt für ein exzellentes Betriebsklima. Jeder ist selbst verantwortlich, seinen Teil in der Firma zu leisten, ohne dass einem ständig auf die Finger geschaut wird, und jeder im Unternehmen ist wichtig, so dass nur sehr flache Hierarchien nötig sind.
Auf unserem Firmenrundgang, den wir dann in zwei kleineren Gruppen absolvierten, wurden wir in Sachen Großraumbüro überrascht. Denn diese sind bei Agilent vorherrschend und erinnern auf den ersten Blick an Gärtnereien. „Auch der Chef hat hier nur einen Schreibtisch und keinen gesonderten Raum“, so Herr Bochtler. Während die eine Gruppe das Großraumbüro und eine kurz Vorführung der firmeninternen Software erhielt, war die andere Gruppe im Service- Center unterwegs. Hier werden Kundengeräte gewartet, neu kalibriert oder repariert. Ab und an kommen wohl auch Geräte an, die schon mehr als 30 Jahre im Gebrauch sind und dementsprechend schwer und oft nur in Handarbeit instand zu halten sind. Anschließend wurden die Gruppen getauscht, so dass alle einen Gesamteindruck der Firma erhalten konnten.
Nach der folgenden Kaffeepause wurde unser Besuch mit einem Fachvortrag fortgesetzt. Dabei wurden uns Augendiagramme und Jitter näher gebracht, und die passende Auswahl eines Oszilloskops anhand der Bandbreite zu treffen. Alles praktisch gezeigt an Agilent-Geräten.
Abgerundet wurde unser Tag bei Agilent in Böblingen dann mit einem offenen Gespräch mit einem Mitarbeiter der Personalabteilung. Dieser brachte uns die große Verantwortung noch einmal nahe die den Mitarbeitern übertragen wird. Wenn eines der Geräte dem Wert eines Einfamilienhauses entspricht, muss dem Mitarbeiter selbst klar sein, wie er damit umzugehen hat. Natürlich erhielten wir auch viele Informationen zu Einstieg, Praktika und Abschlussarbeiten bei Agilent. Beim Einstieg nach dem Studium war besonders auffällig, dass mit einer Einlernzeit von ca. 2 Jahren gerechnet werden muss. Dabei wird der Neueinsteiger auf den aller neuesten Stand der Technik gebracht, denn mit ihren Messgeräten müssen die Entwickler bei Agilent immer der aktuellen Technologie voraus sein. Auch die ganz neuen Methoden und Entdeckungen aus der Forschung müssen präzise messbar sein, worin sich auch die größte Herausforderung für Agilent Technologies zeigt.
Alles in allem verbrachten wir einen sehr angenehmen und interessanten Nachmittag bei Agilent Technologies in Böblingen. Wir bedanken uns recht herzlich bei Benjamin Nuß für die Organisation, beim VDE Bezirksverein Mittelbaden und natürlich allen beteiligten von Agilent Technologies.
Anke Pfeiffer