Exkursion nach Genf, 12. bis 14.01.15

Anreise, UN

Die Exkursion nach Genf begann am Montagmorgen des 12. Januar mit dem Bus vorm AKK. Nach einer angenehmen Fahrt mit netter Unterhaltung im Bus kamen wir mittags in Genf an. Nun fand die Führung durch das UN-Gebäude in Genf statt. Der Guide zeigte uns die wichtigsten Räume, erklärte uns, für was die UN in Genf zuständig ist und wie dort alles von statten geht. Die Führung war sehr interessant und auf jeden Fall sehenswert. Nach der Führung gab es noch ein Gruppenfoto vor dem Gebäude und weiter ging es mit dem Bus ins Hostel. Dort angekommen konnte sich nun jeder den Nachmittag und Abend frei einteilen um Essen zu gehen oder Genf ein bisschen besser kennenzulernen. Beendet wurde der erste Tag mit einem gemeinsamen Beisammensein, Kartenspielen und ein paar Bieren im Gemeinschaftsraum.



Museum des Int. Roten Kreuzes

An unserem zweiten Tag in Genf gab es am Vormittag die Möglichkeit, das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum zu besuchen. Das Museum liegt direkt neben dem Hauptsitz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) und dokumentiert die Geschichte und die Aktivitäten der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung von ihren Anfängen an. Es fand sich zirka die Hälfte der Gruppe nach dem Frühstück ein um gemeinsam mit der Straßenbahn zum Museum zu fahren. In drei Bereichen wurden die verschiedenen Problematiken, denen sich das Rote Kreuz widmet, gezeigt: die Menschenwürde bewahren, Familienbande wiederherstellen und Risiken von Naturgefahren begrenzen.

Die Ausstellungen zeigten deutlich und eindrucksvoll, wie die Mitarbeiter und Helfer in anderen Teilen der Welt für das kämpfen, was für uns selbstverständlich ist und dass sie auch in Europa, z. B im zweiten Weltkrieg, wichtige Aufgaben übernommen hatten. Persönlich fand ich die Berichte über die Arbeit mit Gefangenen sehr berührend. Als nichtstaatliche Hilfsorganisation dürfen die Helfer die Zustände in Gefängnissen inspizieren und den Kontakt zwischen Gefangenen und Angehörigen herstellen. Durch die interaktive Ausstellung können Zeugen ihre Geschichte erzählen, als ständen sie vor einem. Auch gibt es gebastelte Geschenke zu sehen, die von Gefangenen für die Vertreter des IKRK gebastelt wurden und die Dankbarkeit für ihre Hilfe widerspiegeln. Schlussendlich kann man nur sagen, dass sich der Besuch definitiv gelohnt hat und uns die Tätigkeiten des Roten Kreuzes anschaulich nähergebracht hat.



CERN

Am Nachmittag wurde es dann ernst: Physikvorlesung im Cern! Eine Stunde lang wurde uns näher gebracht, wie die Welt der kleinsten Teilchen aussieht und warum man für Einblicke in diese so große Maschinen braucht. Die größte und komplexeste Maschine der Welt, der LHC (Large Hadron Collider), liegt unweit von Genf unter der französischen Grenze. Warum das Ganze einbuddeln? Klar, kosmische Strahlung stört und was das Erdmagnetfeld nicht ablenkt, das wird vom Fels absorbiert. Was außerdem vom Fels absorbiert wird, sind ein paar Wasserstoffkerne, die von der Kollision miteinander übrig geblieben sind. Sie wurden vorher auf bis zu 7 TeV beschleunigt, das ist genug Energie, um eine halbe Tonne Kupfer zu schmelzen. Der Wasserstoff wird übrigens in einer mehr oder weniger handelsüblichen Flasche in irgendeinem Schrank gelagert und einmal im Jahr sporadisch ausgetauscht.

Bei der Beschleunigung auf nahezu Lichtgeschwindigkeit in dem Ring mit 30km Umfang durchlaufen die Protonen natürlich nicht einmal eine Teravolt-Spannung, sondern bekommen immer wieder kleine Schübe. Wenn sie dann auf Maximalgeschwindigkeit sind, werden sie in vier verschiedenen Kammern zur Kollision gebracht. Einfach zugucken kann man dabei leider nicht, denn hier wird die eigentliche Glanzleistung der Physiker, Ingenieure und Informatiker benötigt: 4 große Detektoren, der größte 26 m im Durchmesser, betrachten unabhängig voneinander die Zerfallsprodukte und deren Spuren in verschiedenen Magnetfeldern. Dazu dienen etwa handgroße Detektorzellen, die jeweils auf eine Teilchensorte spezialisiert sind. Die so entstehende Datenmenge entspricht in etwa einer Hundertmegapixel-Kamera, die mit 20-40 Millionen Bildern pro Sekunde aufnimmt. Die bescheidenen 100 Petabyte an Rohdaten, die so entstehen, werden natürlich direkt vorverarbeitet und ins Rechenzentrum geschickt, von wo aus die ganze Welt darauf zugreifen kann.

Bis Kühlung, Vakuumerzeugung, Energieversorgung und Datenleitungen richtig funktionieren, müssen viele kluge Köpfe mitwirken. Bei der Führung über das Gelände haben wir einen guten Einblick in die technischen Herausforderungen und Größenordnungen dort erhalten. Den LHC mit seinen Detektoren durften wir leider nur im Video sehen, dafür wurde uns aber das beeindruckende Rechenzentrum, die Kantine, der Antimateriespeicher und vieles mehr gezeigt.



ABB

Am letzten Tag der Schweiz-Exkursion sind wir auf dem Rückweg nach Karlsruhe zum ABB Standort in Turgi gefahren, eines der Highlights der Reise. Als wir ankamen, wurden wir gleich mit einem üppigen Buffet empfangen. Als Einstieg in die Welt von ABB bekamen wir einen sehr aufschlussreichen Vortrag über ABB im Allgemeinen und die verschiedenen Sparten der Produktion und Forschung von ABB zu hören. Der Vortrag hat uns einen guten Überblick über das breit gefächerte Portfolio von ABB gegeben. Und hat bestimmt einige davon überzeugt, ABB als zukünftigen Arbeitgeber in Betracht zu ziehen. Im Anschluss hörten wir einen Vortrag, der näher auf die verschiedenen Produktreihen, die ABB produziert, einging, bis wir schließlich zu den Produktreihen kamen, die am Standort Turgi produziert und entwickelt werden.

Nach den Einstiegsvorträgen erhielten wir eine sehr interessante und ausführliche Werksführung, wobei wir in angenehm kleinen Gruppen über das Gelände geführt wurden. An fünf verschiedenen Posten standen Mitarbeiter bereit, um uns die verschiedenen Arbeitsschritte, die an den Posten vorgenommen werden, ausführlich zu erklären. Am wohl beeindrucktesten war der direkte Einblick in den Arbeitstag von Ingenieuren, die bei Firmen wie ABB arbeiten. Wenn eine Gruppe an einem Posten ankam, haben sie von ihrer Arbeit aufgeblickt und waren auch sofort für uns da. Dadurch wurde die gesamte Erfahrung sehr authentisch und man fühlte sich nicht, als wäre man in einer Marketing Vorstellung gelandet. Ein anderer sehr wertvoller Teil der Exkursion war, abgesehen vom direkten Einblick in das Arbeitsleben, das direkte Gespräch mit den Mitarbeitern am Arbeitsplatz, welche sich viel Zeit genommen haben auch komplexere Fragen ausführlich und gut verständlich zu beantworten. Dank der kleinen Gruppengröße war das Gespräch mit den Mitarbeitern sehr persönlich.



Abschließend bleibt zu sagen, dass eine solche Exkursion mit der VDE-Hochschulgruppe zu Firmen wie ABB für jeden Studenten eine absolut empfehlenswerte Erfahrung ist. Natürlich gilt unser Dank den beiden Organisatoren, die die Teilnehmerzahl aufgrund des großen Andrangs von 24 auf 48 erhöhen konnten. Außerdem bedanken wir uns beim Bezirksverein Mittelbaden für das Sponsoring des Busses.

Ein Bericht von Leonie Siebel, Daniel Ladiges, Fabian Furtwängler, Jonas Schmidt und Arthur Gabanyi