Ausflug zur Sternwarte in Heidelberg am 15. November 2015

Dichter Nebel liegt über dem Königsstuhl, der November zeigt sich von seiner besten Seite. Kein gutes Wetter zum Sternegucken. Oder doch? Im schicken Neubau des Haus der Astronomie trübt kein Wölkchen den Blick in den Sternenhimmel. Inmitten des Gebäudes in Form einer Spiralgalaxie kann man sich im Planetarium zurücklehnen und die wichtigsten Sternbilder in einer klaren Nacht ohne Lichtverschmutzung betrachten.

Anders als in vielen alten Planetarien sind die Beamer hier nicht kugelförmig in der Mitte angeordnet, sondern strahlen durch Löcher in den Wandschirmen. Das gibt ein besseres Bild, erfordert aber auch mehr Rechenleistung. Danach verlassen wir die Erde und fliegen mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit zu den benachbarten Himmelskörpern, die teils besser kartographiert sind als der Grund unserer Ozeane. Erstaunlich!

Nach ein paar Zoomstufen haben wir das ganze beobachtbare Universum vor unseren Augen. In der Literatur* gibt es Hinweise darauf, dass man davon verrückt werden kann. Also besser nicht darüber nachdenken, wie groß das alles ist und zurück in die Realität. Interessant ist, dass das Universum in Form einer Sanduhr zu sehen ist, da die Sterne in unserer planaren Galaxie auch für moderne Teleskope die Sicht behindern.

Moderne Teleskope gab es für uns nur als Modell im Schaukasten zu sehen, dafür aber ein paar historische Schmuckstücke.

Die Landessternwarte besteht seit 1898 und war und ist in vielen Bereichen der Astronomie beteiligt. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Observatorien wurden einige Entwicklungen veranschaulicht. Zum einen wurden die Teleskope im Laufe der Zeit immer größer, zum anderen wurden Seilzüge durch Servomotoren, Linsen durch Spiegel und zu guter Letzt das menschliche Auge durch eine Kamera abgelöst.

Zum Schluss wurden wir noch von den unregelmäßigen Busfahrzeiten überrascht und nahmen nach einem kurzen Spaziergang die Zahnradbahn talwärts. Im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich bei Theresa für die Organisation der Fahrt und bei Olaf Fischer für die aufschlussreiche Führung bedanken.

* Douglas Adams: The hitchhiker's guide to the galaxy, 1978

geschrieben von Jonas Schmidt